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Die Anschaffung des Wellensittichs


  1. Vor dem Kauf
  2. Die Erstausstattung
  3. Die richtige Auswahl (Checkliste)
  4. Männchen oder Weibchen
  5. Einzelvogel oder Pärchen
  6. Das Alter des Wellensittichs
  7. Der Fußring
  8. Vögel auf dem Gabentisch

  1. Überlegungen vor dem Kauf

Mit dem Wunsch, sich einen Wellensittich zuzulegen, beginnt ein wichtiges Kapitel im Leben eines zukünftigen Pflegers. Immerhin trägt man die Verantwortung für so ein Lebwesen gleich für mehrere Jahre, bei guter Haltung kann ein Wellensittich  zwischen 12 und 14 Jahre alt werden. Aber der Wellensittich ist auch ein richtiger "Familienvogel", der sehr viel Freude bereiten kann, das liegt auch an seinem munteren Wesen und seine Art, schnell Freundschaften zu schließen. Ehe man es sich versieht, kann man sich diesen kleinen Gesellen gar nicht mehr wegdenken. Nur darf man sich nichts vormachen, ein Wellensittich ist kein typisches Haustier oder Schmusetier, sondern stellt naturbedingt gewisse Anforderungen an seine Umgebung. Auch sollte er nicht aus einer Laune heraus gekauft werden, er ist ein Lebewesen, der empfindet und viel Zuwendung braucht u. auch mal ein wenig Dreck macht, aber im allgemeinen ist die Pflege eines Wellensittichs nicht sehr schwer.

Bin ich oder sind wir überhaupt wellitauglich?

Hier ein kleiner Test, der dabei hilft, die richtige Entscheidung zu treffen, bevor man sich zum Kauf entschließt: 

  1. Ist dir bewusst, dass ein Wellensittich vierzehn Jahre alt werden kann und du während dieser ganzen Zeit die Verantwortung für sein Wohlergehen trägst? 

  2. Wenn weitere Familienmitglieder im Hause wohnen, sind auch diese mit dem gefiederten Freund einverstanden und ebenfalls bereit, ihn im Notfall pflegen und versorgen?

  3. Ist ein Familienmitglied vielleicht Allergiker oder reagiert empfindlich auf Staub, Federn etc.? Nicht jeder, der gegen Hunde u. Katzen allergisch ist, braucht dieses auch gegen Wellensittiche zu sein.  Dieses könnte man vorher durch einen Allergietest herausfinden lassen. Wenn man das vorher klärt, erspart man sich viel Leid auf beiden Seiten.

  4. Hast du einen geeigneten Standort für den Käfig? Ruhig, windgeschützt, keiner direkten Sonnenbestrahlung u. Küchendämpfen ausgesetzt?

  5. Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wer für den Wellensittich sorgt oder wohin er gebracht wird, wenn du mal verreist oder krank wirst?

  6. Bist du bereit, für den nötigen Freiflug zu sorgen?

  7. Ist dir klar, dass der Vogelkäfig und auch alle anderen Plätze und Gegenstände, mit denen der Wellensittich in Berührung kommt, sauber zu halten sind?

  8. Wenn der Vogel krank wird, bist du dann bereit für ihn entsprechende Medizin zu besorgen oder zu einem Tierarzt zu gehen?

  9. Ist dir klar, dass Vögel auch schon mal laut werden können? Im Allgemeinen zwitschern sie leise, aber wenn sie sich vernachlässigt fühlen, kann es schon mal etwas lauter werden.

  10. Nimmst du in Kauf, dass Wellensittiche überall ihre Federn verteilen, wenn sie in der Mauser sind? Auch das Benagen u. Anknabbern von Gegenständen gehört zu den typischen Angewohnheiten eines Sittichs (für genügend Spielzeug sorgen).

  11. Ist dir bewusst, dass ein Wellensittich, der alleine gehalten wird, auch deinen persönlichen Zuspruch und Kontakt benötigt (mit ihm spielen und sprechen)? Und falls du berufstätig bist oder dir nicht soviel Zeit für deinen Vogel nehmen kannst, wie er benötigt (eigentlich rund um die Uhr), bist du dann bereit, ihm einen Partner zu kaufen?

  12. Falls dein Wellensittich nicht so zahm wird, wie du es dir vorgestellt hast oder er älter und damit ruhiger wird, wirst du auch weiterhin für ihn sorgen? 

  13. Leben bereits andere Tiere im Haus? Dann sollte man daran denken, dass nicht jedes Tier zu einem Wellensittich passt oder sich mit ihm verträgt. Ein Hund könnte eifersüchtig werden, wenn der neue Vogel einzieht. Für die Katze ist ein Vogel ein Beutetier, auch wenn die Katze noch so gut erzogen ist, sie könnte sich vergessen.

  14. Wusstest du, dass ein Wellensittich ein sehr sensibles Tier ist, welches auch trauern oder vor Leid sterben kann, wenn "seine Menschen" seiner mal überdrüssig werden und es dann einfach verschenken oder für längere Zeit oder sogar regelmäßig verreisen? Ein Wellensittich hängt an seine Familie, ob dazu Menschen gehören oder ob es sich um seinen Vogelpartner handelt. Er braucht Beständigkeit und Freundschaft. Selbst ein Urlaub bedeutet für ihn Trauer und Stress. Am besten man gewöhnt ihn beizeiten an seine Pflegefamilie oder an Einzelpersonen, die ihn während des Urlaubs bei sich aufnehmen, so hält sich der Stress etwas in Grenzen.  

Vorbereitungsmaßnahmen, bevor der neue Hausbewohner einzieht

Wenn die Fragen geklärt sind, sollten noch vor dem Kauf gewisse Vorbereitungen getroffen werden, damit man es dem Vogel in den ersten Stunden nicht unnötig schwer macht und er schneller zur Ruhe kommt. Man darf nie vergessen, dass der kleine Kerl sehr wahrscheinlich aus einer Schar anderer Artgenossen herausgerissen wurde, die er danach schmerzlich vermisst. Hinzu kommt der Transport, meistens wird er dazu in eine kleine Schachtel gesteckt, und dann noch die neue Umgebung und die fremden Menschen. Das sind alles regelrechte Schockerlebnisse für ihn und so mancher Wellensittich sitzt stundenlang erst mal ganz ruhig da oder aber versucht mit Gewalt, aus dem Käfig auszubrechen. 

Deshalb sollte der geeignete Standort schon feststehen und der Käfig vorher gekauft und fertig eingerichtet sein. Dazu gehört auch der Vogelsand auf dem Boden, sein Körnerfutter bzw. bei ganz jungen Vögeln zusätzlich noch Aufzuchtfutter in den Näpfen und das Wasser zum Trinken. Am besten hängt man noch Kolbenhirse - die Leibspeise aller Wellis - in den Käfig und streut etwas Futter auf den Boden, damit der anfänglich schüchterne Wellensittich es auch findet.

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Lese hierzu auch die weiterführenden Themen:  
Die Erstausstattung | Der richtige Standort

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