- Der Fußring
in
Deutschland nur beringte Wellensittiche kaufen
Da in Deutschland eine
amtliche Beringungspflicht für alle Papageienvögel - also auch
Wellensittiche besteht - sollte man nie einen unberingten
Wellensittich kaufen. Diese Bestimmung dient zum Schutz gegen
das Ausbreiten der Papageienkrankheit, die auch auf Menschen
übertragbar ist. Das geschieht deshalb, um ihm Rahmen des
Tierseuchengesetzes und der Psittakoseverordnung
sicherzustellen, dass die Zucht in einem gesunden Tierbestand
stattgefunden hat und um kranke Tiere zurückverfolgen und
behandeln zu können.
Die
Zucht von Wellensittichen - auch einmalige Ausrutscher sind
genehmigungspflichtig - alles andere ist illegal
Jeder, der
Wellensittiche züchten oder mit ihnen handeln möchte, braucht
eine behördliche Erlaubnis. Selbst einmalige Missgeschicke -
also noch bevor der Vogel das erste Ei gelegt hat - muss
die Zucht beim Ordnungsamt genehmigt werden. Am besten bemüht
man sich schon darum, wenn die Vögel den Nistplatz annehmen.
Der Amtstierarzt überprüft dann, ob die Räumlichkeiten den
Anforderungen entsprechen und man eine gewisse Sachkenntnis
über Haltung und Pflege hat. Wenn alles zur Zufriedenheit
geregelt ist, bekommt man einen Erlaubnisschein, der einem dazu
berechtigt, einen Ring und das Nachweisbuch über die Ringstelle
des Zentralverbandes für Zoologische Fachbetriebe (ZZF) zu
bestellen.
Für Kanarienvögel, Finkenvögel, etc. braucht man KEINE Zuchtgenehmigung. Doch auch diese Vögel können die Papageienkrankheit bekommen. Wellensittichzuchten werden vorwiegend durch Spatzen und Tauben mit der Papageienkrankheit angesteckt, die durch Außenvolieren via Kot oder direkten Kontakt die Zuchten infizieren. Auch Menschen, die keine Papageien/Sittiche halten laufen so ein gewisses Risiko sich zu infizieren (und den Erreger weiterzureichen). Abgesehen davon gilt die Forderung nach einer Zuchtgenehmigung für Wellensittiche auch NUR für Deutschland. In Österreich braucht man für die Zucht von Wellis keine Genehmigung beantragen.
Der Fußring ist in
Deutschland ein Garant dafür, dass die Wellensittiche aus einer
genehmigten Zucht stammen. Der Fußring sollte am Fuß des
Wellensittichs bleiben und darf nur im Falle einer Gefährdung
bei Unfallgefahr oder bei Schwellung des Ringfußes entfernt
werden. Da es sich bei dem Ring um ein Dokument handelt, hat man
die Pflicht, diese auch nach der Entfernung sorgfältig
aufzubewahren.
Der
Ring als Personalausweis - zur
Identifizierung bei zugeflogenen Vögeln
Aber auch aus einem
anderen Grund sollte der Wellensittich einen Fußring tragen.
Und zwar kann bei entflogenen Vögeln nur anhand der Ringnummer
der Eigentümer ausfindig gemacht und zurückvermittelt werden.
Die Organisation "Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe,
kurz ZZF genannt, betreibt einen Vogelsuchdienst. Die
Ringnummern aller entflogenen und zugeflogenen Vögel werden in
einer zentralen Datenbank gespeichert. Und bei Übereinstimmung
der Nummern eines als verloren bzw. gefunden gemeldeten Vogels
wird der Besitzer benachrichtigt.
Hier die Adresse der
Ringstelle in Langen:
ZZF-Ringstelle, "Suchdienst", Postfach 1420, 63204 Langen, ringstelle@zzf.de
Offene
und geschlossene Ringe
Offene Ringe sind nicht
ganz geschlossene Ringe, meistens ist es ein silberner
Metallring, es ist ein kleiner Spalt erkennbar, woran man sieht,
dass er nachträglich zu einem Ring geformt und angebracht
wurde. Diese Ringe werden vom Zentralverband Zoologischer
Fachbetriebe, kurz ZZF genannt, ausgegeben. Was da draufsteht, ist einmal das Kürzel fürs Bundesland, z.B. NW
für Nordrhein Westfalen und dann eine fortlaufende
Nummer.
Geschlossene Ringe
werden von Züchterverbänden wie dem DSV - Deutsche
Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung e.V. oder dem AZ -
Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung u. Vogelzucht e.V.
herausgegeben, denen die Züchter angehören müssen, um solche
Ringe zu bekommen. Diese werden dem Wellensittich schon im Nest
übergestreift. Darauf steht dann auch die individuelle Züchternummer und das Jahr. Geschlossene Ringe sind notwendig, wenn man den Vogel ausstellen will, daher haben die wenigsten Hansi-Bubis geschlossene Ringe, weil das eben nicht erforderlich ist.
Das
Geburtsjahr anhand des Ringes erkennen
Sicher möchten einige, die nachträglich einen Wellensittich
geschenkt bekommen, übernommen haben oder denen einer
zugeflogen ist, gerne wissen, wie alt der Hausgenosse in
Wirklichkeit ist. Wieder spielt es eine wichtige Rolle, ob es
sich um einen offenen oder geschlossenen Ring handelt.
Nicht geschlossene Ringe lassen keine direkte Aussage über
das Alter zu, sie können auch einem mehrjährigen Vogel noch
angelegt werden und auch der Züchter ist daraus direkt nicht
ersichtlich.
Auf dem offenen Ring ist leider keine Jahreszahl
enthalten, deshalb kann man das Alter nicht sofort ersehen. Aber
bei der zentralen Ringstelle beim Zentralverband Zoologischer
Fachbetriebe Deutschlands e.V. in Langen kann man erfragen,
welcher Züchter diese Ringe bekommen hat (aber ohne triftigen Grund
wird der Name des Züchters nicht herausgegeben). Wenn
man diese Info hat, kann man den Züchter anschreiben, anrufen
oder mailen und er wird bestimmt sagen, aus welchem Zuchtjahr
der Wellensittich stammt. Hier die Tel.-Nr. der Ringstelle in
Langen
06103-9107-24 oder Mail an birth@zzf.de.
Geschlossene Ringe (wie z.B. AZ-Ringe ) können hingegen -
ohne Manipulation oder Verletzung des Vogels - nur im Alter von
wenigen Tagen aufgezogen werden, d.h. eine nachträgliche
Beringung ist ausgeschlossen. Darauf ist eine Buchstaben-
kombination sowie eine zweistellige Jahreszahl
vorhanden. Dann noch die laufende Nummer des Züchters und die
AZ-Nummer.
Die Ringfarbe kann ebenfalls etwas über das Geburtsjahr
aussagen, muss sie aber nicht. Bei den AZ-Ringen werden jedes
Jahr unterschiedliche Ringe verwendet:
1994 - grün
1995 - rot
1996 - schwarz
1997 - silber
1998 - blau
1999 - gold
2000 - grün
2001 - dunkelrot
Mal angenommen, es ist ein blauer Ring:
Wenn es sich bei dem blauen Ring um einen AZ-Ring handelt (kann
man am aufgedruckten AZ auf dem Ring erkennen ), steht
"blau" für das Zuchtjahr 1998, d.h. der Vogel ist
zwischen 01.11.1997 und 01.11.1998 geboren, außer der Züchter
hat den Ring auch noch danach verwendet.
Wenn es sich um einen AZ-Ring handelt, kann man folgende Zahlen
darauf finden:
98 (quer ) steht für das Zuchtjahr
001 laufende Nummer
AZ33333 die Züchternummer des Vogelzüchters bei der AZ.
Angaben über Geburtsmonat und -tag findet man auf einem
AZ-Ring leider nicht, allerdings kann man über die Züchternummer
bei dem Züchter nachfragen, der den Vogel gezüchtet hat.
Dieser wird dir aus seinem Zuchtbuch den Geburtstag in der Regel
heraussuchen, wenn man ihn nett darum bittet.
Sollte es kein AZ-Ring sein, bin ich leider mit meinem Latein
auch am Ende, da die Züchter, die keine AZ-Ringe benutzen,
einem anderen Verband angehören.
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Lese hierzu
auch die weiterführenden Themen:
Der entflogene Wellensittich | Die Wellensittich-Zucht
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