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Die Anschaffung des Wellensittichs


  1. Vor dem Kauf
  2. Die Erstausstattung
  3. Die richtige Auswahl (Checkliste)
  4. Männchen oder Weibchen
  5. Einzelvogel oder Pärchen
  6. Das Alter des Wellensittichs
  7. Der Fußring
  8. Vögel auf dem Gabentisch

  1. Der Fußring

in Deutschland nur beringte Wellensittiche kaufen

Da in Deutschland eine amtliche Beringungspflicht für alle Papageienvögel - also auch Wellensittiche besteht - sollte man nie einen unberingten Wellensittich kaufen. Diese Bestimmung dient zum Schutz gegen das Ausbreiten der Papageienkrankheit, die auch auf Menschen übertragbar ist. Das geschieht deshalb, um ihm Rahmen des Tierseuchengesetzes und der Psittakoseverordnung sicherzustellen, dass die Zucht in einem gesunden Tierbestand stattgefunden hat und um kranke Tiere zurückverfolgen und behandeln zu können.

Die Zucht von Wellensittichen - auch einmalige Ausrutscher sind genehmigungspflichtig - alles andere ist illegal

Jeder, der Wellensittiche züchten oder mit ihnen handeln möchte, braucht eine behördliche Erlaubnis. Selbst einmalige Missgeschicke - also noch bevor der Vogel das erste Ei gelegt hat -  muss die Zucht beim Ordnungsamt genehmigt werden. Am besten bemüht man sich schon darum, wenn die Vögel den Nistplatz annehmen. Der Amtstierarzt überprüft dann, ob die Räumlichkeiten den Anforderungen entsprechen und man eine gewisse Sachkenntnis über Haltung und Pflege hat. Wenn alles zur Zufriedenheit geregelt ist, bekommt man einen Erlaubnisschein, der einem dazu berechtigt, einen Ring und das Nachweisbuch über die Ringstelle des Zentralverbandes für Zoologische Fachbetriebe (ZZF) zu bestellen.

Für Kanarienvögel, Finkenvögel, etc. braucht man KEINE Zuchtgenehmigung. Doch auch diese Vögel können die Papageienkrankheit bekommen. Wellensittichzuchten werden vorwiegend durch Spatzen und Tauben mit der Papageienkrankheit angesteckt, die durch Außenvolieren via Kot oder direkten Kontakt die Zuchten infizieren. Auch Menschen, die keine Papageien/Sittiche halten laufen so ein gewisses Risiko sich zu infizieren (und den Erreger weiterzureichen). Abgesehen davon gilt die Forderung nach einer Zuchtgenehmigung für Wellensittiche auch NUR für Deutschland. In Österreich braucht man für die Zucht von Wellis keine Genehmigung beantragen.

Der Fußring ist in Deutschland ein Garant dafür, dass die Wellensittiche aus einer genehmigten Zucht stammen. Der Fußring sollte am Fuß des Wellensittichs bleiben und darf nur im Falle einer Gefährdung bei Unfallgefahr oder bei Schwellung des Ringfußes entfernt werden. Da es sich bei dem Ring um ein Dokument handelt, hat man die Pflicht, diese auch nach der Entfernung sorgfältig aufzubewahren.

Der Ring als Personalausweis - zur Identifizierung bei zugeflogenen Vögeln

Aber auch aus einem anderen Grund sollte der Wellensittich einen Fußring tragen. Und zwar kann bei entflogenen Vögeln nur anhand der Ringnummer der Eigentümer ausfindig gemacht und zurückvermittelt werden. Die Organisation "Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, kurz ZZF genannt, betreibt einen Vogelsuchdienst. Die Ringnummern aller entflogenen und zugeflogenen Vögel werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Und bei Übereinstimmung der Nummern eines als verloren bzw. gefunden gemeldeten Vogels wird der Besitzer benachrichtigt.

Hier die Adresse der Ringstelle in Langen: 
ZZF-Ringstelle, "Suchdienst", Postfach 1420, 63204 Langen, ringstelle@zzf.de

Offene und geschlossene Ringe

Offene Ringe sind nicht ganz geschlossene Ringe, meistens ist es ein silberner Metallring, es ist ein kleiner Spalt erkennbar, woran man sieht, dass er nachträglich zu einem Ring geformt und angebracht wurde. Diese Ringe werden vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe, kurz ZZF genannt, ausgegeben. Was da draufsteht, ist einmal das Kürzel fürs Bundesland, z.B. NW für Nordrhein Westfalen und dann eine fortlaufende Nummer. 

Geschlossene Ringe werden von Züchterverbänden wie dem DSV - Deutsche Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung e.V. oder dem AZ - Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung u. Vogelzucht e.V. herausgegeben, denen die Züchter angehören müssen, um solche Ringe zu bekommen. Diese werden dem Wellensittich schon im Nest übergestreift. Darauf steht dann auch die individuelle Züchternummer und das Jahr. Geschlossene Ringe sind notwendig, wenn man den Vogel ausstellen will, daher haben die wenigsten Hansi-Bubis geschlossene Ringe, weil das eben nicht erforderlich ist.

Das Geburtsjahr anhand des Ringes erkennen

Sicher möchten einige, die nachträglich einen Wellensittich geschenkt bekommen, übernommen haben oder denen einer zugeflogen ist, gerne wissen, wie alt der Hausgenosse in Wirklichkeit ist. Wieder spielt es eine wichtige Rolle, ob es sich um einen offenen oder geschlossenen  Ring handelt.

Nicht geschlossene Ringe lassen keine direkte Aussage über das Alter zu, sie können auch einem mehrjährigen Vogel noch angelegt werden und auch der Züchter ist daraus direkt nicht ersichtlich.

Auf dem offenen Ring ist leider keine Jahreszahl enthalten, deshalb kann man das Alter nicht sofort ersehen. Aber bei der zentralen Ringstelle beim Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V. in Langen kann man erfragen, welcher Züchter diese Ringe bekommen hat (aber ohne triftigen Grund wird der Name des Züchters nicht herausgegeben). Wenn man diese Info hat, kann man den Züchter anschreiben, anrufen oder mailen und er wird bestimmt sagen, aus welchem Zuchtjahr der Wellensittich stammt. Hier die Tel.-Nr. der Ringstelle in Langen 
06103-9107-24 oder Mail an birth@zzf.de

Geschlossene Ringe (wie z.B. AZ-Ringe ) können hingegen - ohne Manipulation oder Verletzung des Vogels - nur im Alter von wenigen Tagen aufgezogen werden, d.h. eine nachträgliche Beringung ist ausgeschlossen. Darauf ist eine Buchstaben- kombination sowie eine zweistellige Jahreszahl vorhanden. Dann noch die laufende Nummer des Züchters und die AZ-Nummer.

Die Ringfarbe kann ebenfalls etwas über das Geburtsjahr aussagen, muss sie aber nicht. Bei den AZ-Ringen werden jedes Jahr unterschiedliche Ringe verwendet:

1994 - grün
1995 - rot
1996 - schwarz
1997 - silber
1998 - blau
1999 - gold
2000 - grün
2001 - dunkelrot

Mal angenommen, es ist ein blauer Ring:
Wenn es sich bei dem blauen Ring um einen AZ-Ring handelt (kann man am aufgedruckten AZ auf dem Ring erkennen ), steht "blau" für das Zuchtjahr 1998, d.h. der Vogel ist zwischen 01.11.1997 und 01.11.1998 geboren, außer der Züchter hat den Ring auch noch danach verwendet.
Wenn es sich um einen AZ-Ring handelt, kann man folgende Zahlen darauf finden:

98 (quer ) steht für das Zuchtjahr
001 laufende Nummer
AZ33333 die Züchternummer des Vogelzüchters bei der AZ.

Angaben über Geburtsmonat und -tag findet man auf einem AZ-Ring leider nicht, allerdings kann man über die Züchternummer bei dem Züchter nachfragen, der den Vogel gezüchtet hat. Dieser wird dir aus seinem Zuchtbuch den Geburtstag in der Regel heraussuchen, wenn man ihn nett darum bittet.

Sollte es kein AZ-Ring sein, bin ich leider mit meinem Latein auch am Ende, da die Züchter, die keine AZ-Ringe benutzen, einem anderen Verband angehören.

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Lese hierzu auch die weiterführenden Themen:  
Der entflogene Wellensittich | Die Wellensittich-Zucht

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