- Ein neuer Partner kommt dazu
Bei nur einem
Wellensittich sollte es natürlich nicht bleiben, da
Wellensittiche Schwarmvögel sind und die Gesellschaft -
besonders die von Artgenossen - über alles lieben. Da ich gegen
die Einzelhaltung bin, habe ich auch diesen Aspekt auf meiner
Homepage mehrfach berücksichtigt und weise auch immer wieder
darauf hin. So gehört nach der erfolgreichen
Eingewöhnung unbedingt ein zweiter Vogel dazu und bei diesem
Thema sind wir jetzt angelangt :-)
Auch wenn der geliebte
Wellensittichpartner gestorben ist und man sich deshalb
entschließt, einen zweiten oder weiteren Wellensittich
hinzuzugesellen, man muss am Anfang mit Streit rechnen.
Wellensittiche sind richtige kleine Persönlichkeiten, im Grunde
genommen zählen sie zu den friedlichen Vögeln, aber es gibt
auch unter Wellensittichen eine Rangordnung, denn der
alteingesessene Vogel teilt sein bisheriges Spielzeug und seine
Lieblingsplätze nicht so gerne mit dem Neuen. Umgekehrt kann es
auch passieren, dass der Neuankömmling - besonders wenn er noch
ganz jung ist - sich richtig breit macht im Käfig und den
"alten" unterbuttert, nach dem Motto "Hoppla,
jetzt komm ich!". So sind sie nun mal, unsere Lieblinge.
Das Team muss sich erst einspielen.
In einer großen Voliere
ist das alles kein Problem, hier ist genügend Raum vorhanden,
genügend Futterplätze und jeder kann, wenn er möchte den
anderen aus dem Weg gehen. Das Aneinander-Gewöhnen betrifft in
erster Linie Vögel, die auf engem Raum ihr Leben miteinander
verbringen. Der Wellensittich hätte mit Sicherheit liebend
gerne einen Kameraden oder Partner, nur sind diese kleinen
Burschen sehr besitzergreifend und ihr Käfig ist ihre Burg und
der Neue hat sich ihrer Meinung nach gefälligst anzupassen. Nur
erzähl das mal den Neuen, beim Futter u. dem Lieblingsspielzeug
auch eines friedlichen Tieres hört nämlich der Spaß auf!!!
Es gibt zwei
Möglichkeiten, entweder man lässt es darauf ankommen und setzt
den "Neuen" sofort zu dem Alteingesessenen in den
Käfig (!!) oder man benutzt einen zweiten Käfig und stellt
diese nebeneinander, damit die beiden sich erst einmal aus
einiger Entfernung kennenlernen können (Idealfall).
Sofort
zusammen in einen Käfig (!!)
Das Team hat keine
Zeit, sich einzuspielen: Obwohl es nicht der Idealfall des
Kennenlernens ist, erwähne ich es trotzdem. Hierbei muss man
natürlich gut aufpassen, ob sich die beiden auch verstehen, es
kann sein, wenn der Alteingesessene längere Zeit ohne Vogel
war, dass er sogar Angst vor dem Neuen hat. Wie gesagt, diese
Methode kann schief gehen, weil der Alteingesessene
wahrscheinlich nicht so ohne Weiteres bereit ist, alles zu
teilen u. den Neuen als Eindringling empfindet. Wenn
dieser erste Kontakt friedlich verläuft, dann heißt das noch
lange nicht, dass es ausgestanden ist. Zwischen den beiden, die
sich bisher völlig fremd waren, muss eine Freundschaft
entstehen und das geht nicht von heute auf morgen. Es kann immer
noch zu Reibereien kommen. Am besten stellt man den beiden eine
zweite Futtergelegenheit zur Verfügung, es ist nämlich auch
schon vorgekommen, dass der Stärkere den anderen am Fressen
gehindert hat und das kann im schlimmsten Fall sogar bis zur
starken Abmagerung kommen.
Wellensittiche
langsam aneinander gewöhnen
Das Team kann sich in
Ruhe aufeinander einspielen: Das wäre das optimalste, wenn
man die Möglichkeit hat, einen zweiten Käfig neben oder in der
Nähe des Alteingesessenen aufzustellen, so dass sich die beiden
erst einmal einige Tage beschnuppern können. Danach könnte man
schauen, wie sie beim Freiflug aufeinander reagieren. Auch
hierbei sollte man die beiden nicht unbeobachtet lassen, um
nötigenfalls bei Attacken die Kontrahenten abzulenken, am
besten mit irgendwelchen Leckereien wie Äpfel oder Kolbenhirse.
Die beiden fressen dann zusammen und das verbindet. Wenn alles
friedlich verläuft, könnte es sein, dass der eine dem anderen
in seinen Käfig folgt. Das Freundschaftsband ist vielleicht
noch locker, aber wenn jetzt nichts schief geht, dann kann man
die beiden eventuell für immer zusammen lassen. Auch hier im
Anfang noch ein Auge auf das frischgebackene Paar halten.
Falls nach dem Freiflug
jeder in seinen eigenen Käfig einkehrt, kann man diese
gemeinsamen Freiflugstunden öfter wiederholen. Irgendwann wird
bestimmt einer sehr neugierig den anderen folgen und dann
beobachtet man das Ganze noch eine Weile, wie oben beschrieben.
Lasse deine Wellensittiche einfach gewähren, egal wie du sie
aneinander gewöhnen möchtest. Greife nur ein, wenn es wirklich
nötig ist und einer ständig gejagt oder nach ihm gehackt wird.
Dieses kommt bei Wellensittichen aber im Grunde genommen nicht
all zu oft vor, es sei denn der alte ist sehr zahm, dann kann er
eifersüchtig auf den Neuen reagieren, wenn du dich mit ihm
beschäftigst.
Auf
Nummer sicher gehen
Bevor man
Neuankömmlinge zu seinen Altvögeln setzt, kann man die Neuen
sozusagen in Quarantäne halten, um die anderen vor
eventuellen Parasiten oder anderen Krankheiten zu schützen.
Damit ist gemeint, man setzt den Neuvogel in einen separaten
Käfig und lässt ihn dort 14 Tage, bevor man ihn zu den anderen
setzt. Einige raten auch, den Neuzugang vom Tierarzt
durchchecken zu lassen, aber wenn der neue Vogel gesund
aussieht und sich normal verhält (also Kot normal, keine mit
Kot verschmierte Kloake, Vogel munter und frisst, Augen klar,
keine weißen Punkte auf dem Schnabel [Milben], Gefieder
vollständig ausgebildet), ist dieses nicht unbedingt notwendig.
Kotuntersuchungen, um eventuelle Erreger feststellen zu
lassen, kann man auch machen lassen, ohne den Vogel zum Tierarzt
zu bringen.
Würmer haben meistens
die Vögel, die aus unüberdachten Außenvolieren stammen.
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Lese hierzu
auch die weiterführenden Themen:
Die ersten Stunden / Tage | Zähmen
und Sprechenlernen |
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