- Hygiene u.
Sauberhalten
Neben der ausgewogenen
Ernährung und dem Freiflug ist die Hygiene eines der wichtigsten
Punkte, der man große Beachtung schenken sollte. Ohne ausreichende
Hygiene können sich Bakterien u. Keime vermehren und so zu Krankheiten
führen, die bei einem so kleinen Tier wie der Wellensittich tödlich
enden kann (z.B. Trichomonaden).
Wellensittiche sind sehr
reinliche Tiere, man sieht es daran, dass sie sich für ihre Körper- u.
Gefiederpflege sehr viel Zeit nehmen. Hierbei brauchen die
Wellensittiche keine Unterstützung, nur was den Käfig betrifft u.
alles mit dem sie in Berührung kommen, muss peinlich sauber gehalten
werden.
Der Käfig und die
Käfigausstattung sollten in regelmäßigen Abständen gereinigt werden.
Auf dieser findest du allgemeine Tipps zur Sauberkeit, während auf der
nächsten Seite ein kleiner Pflegeplan aufgestellt wird, was wie oft
gereinigt werden sollte.
Allgemeine
Tipps zur Reinigung des Käfigs u. der Utensilien
- Die Bodenschale des Käfigs
mit heißem Wasser auswaschen und anschließend gut trocken reiben.
- frischen Vogelsand in die
Bodenschale einfüllen.
- Die Sitzstangen mit einer
Bürste (unbenutzte neue Zahnbürste extra für diesen Zweck o.
Nagelbürste) u. heißem Wasser abbürsten.
- Spielzeug mit feuchtem Tuch
reinigen. Am besten auch mit warmem Wasser.
- Futter- u. Trinkgefäße
gründlich mit heißem Wasser reinigen und anschließend gut
trocknen.
- Das Käfiggestell (ohne
Sandschuber) m. heißem Wasser abbrausen oder m. heißem Wasser
auswaschen.
Zur Reinigung bitte keine
Haushaltsreiniger verwenden. Es gibt spezielle Desinfektionsmittel auf
Jodbasis für Vögel wie zum Beispiel Vanodine. Hiervon gibt man einen
Tropfen ins Wasser und reinigt damit die Gegenstände. Was ich
persönlich auch schon mal mache, dass ich ein wenig "Palmolive
antibakteriell" zum Reinigen verwende - bitte keine anderen
herkömmlichen Spülmittel (andere Spülmittel bilden nämlich Schaum,
das ist zu gefährlich). Es versteht sich von selbst, dass die damit
gereinigten Gegenstände anschließend gründlich mit klarem Wasser
abgespült u. getrocknet werden müssen, damit der Vogel auf keinen Fall
mit den Resten des Spülmittels in Berührung kommt.
Allgemeine
Tipps zum Sand, zur Gefieder- u. Krallenpflege
Vogelsand:
Der Vogelsand dient
ebenfalls der Hygiene des Vogels und es ist deshalb sehr wichtig, dass
der Boden des Käfigs damit in nicht zu dünner Schicht ausgestreut ist.
Der Sand sollte nach Möglichkeit jeden dritten Tag oder zumindest
einmal pro Woche ausgewechselt werden. Je nachdem, wie viele Vögel sich
einen Käfig teilen, ist dementsprechend öfter der Sand zu erneuern.
Wenn sich bei mehreren Vögeln im Käfig in kurzer Zeit zu viele
Kotbällchen auf dem Boden befinden, kann man diese auch mit einem
Löffel entfernen. Übrigens, der Sand zum Ausstreuen des Käfigbodens
ist nicht nur nötig für die Hygiene, nein, er ist auch eine wichtige
Verdauungshilfe, denn Wellensittiche besitzen ja keine Zähne und die
Steinchen braucht der Wellensittich, damit die Nahrung zerkleinert u.
zerrieben wird. Außerdem befinden sich im Vogelsand Kalk - u.
Mineralstoffe. Falls aus irgendeinem Grund der Käfig mit einem anderen
Material ausgestreut wird (Buchenholzgranulat), sollte der Sand in einem
Extra-Napf angeboten werden. Soviel zur Wichtigkeit des Vogelsandes.
Gefiederpflege (Baden) :
Wie oben schon erwähnt, braucht der Wellensittich bei seiner
Gefiederpflege keine Hilfe. Er glättet sein Gefieder, befreit es von
Staub und fettet es auch ein. Man kann ihm aber zur Freude ab und zu ein
Badehäuschen in den Käfig hängen, da einige Wellensittiche ein kurzes
Planschen im Wasser sehr genießen. Andere wiederum ziehen das
Besprühen mit einer Sprühflasche vor oder reiben sich am nassen
Salatblatt. Das Badewasser muss ebenfalls von der gleichen Qualität wie
das Trinkwasser sein, da der Wellensittiche meistens davon ein paar
Schluck trinkt, bevor er sich ins Badevergnügen begibt. Die Temperatur
des Wassers darf weder zu kalt noch warm sein (am besten nur ganz leicht
temperiert oder handwarm). Der Vogel sollte nach dem Baden noch Zeit
haben zu trocknen, kurz vor dem Schlafengehen wäre es sehr unpassend,
da die Körpertemperatur u. der Stoffwechsel während des Schlafens
gesenkt wird und er sich im nassen Federkleid eine schwere Erkältung
zuziehen kann. Nachdem der Vogel ausgiebig gebadet hat, ist er
sehr empfindlich gegenüber Temperaturschwankungen, deshalb nach dem Bad
für Wärme sorgen. Sei aber nicht enttäuscht, wenn dein Wellensittich
überhaupt keine Wasserratte ist und nicht baden möchte, er braucht es
nicht unbedingt für die Gefiederpflege, da er von Natur aus anders
ausgestattet ist, um seine Federn zu säubern.
Wichtig
zum Thema Baden!
Baden soll Spaß bleiben und ist kein Muss für den Vogel.
Auf Qualität u. richtige Temperatur des Badewassers achten!
Nach dem Vogelbad für gleichmäßige Wärme sorgen - keine Kälte,
keine starken Temperaturschwankungen.
Schnabelpflege: Zur
Schnabelpflege benötigt der Wellensittich einen Schnabelwetzstein, auch
Pickstein genannt oder eine Sepiaschale, die man im guten
Zoofachgeschäft kaufen kann. Auch frische Zweige von Obstbäumen zum
Benagen kann man ihm zu diesem Zweck reichen. Das dient dazu, damit sein
Schnabel sich gleichmäßig abnutzt und nicht zu lang wird.
Krallenpflege:
Wenn man auf die Plastikstangen im Käfig verzichtet und statt dessen
Obstbaumzweige als Sitzstangen anbietet, wird der Wellensittich seine
Krallen auf natürlichem Wege abnutzen. Falls diese aber dennoch einmal
zu lang geworden sind, das erkennt man daran, wenn der Vogel des
öfteren mit den Flügeln flattert, weil er irgendwo hängen geblieben
ist, ist das Beschneiden der Krallen unumgänglich. Wenn man es nicht
macht, bleibt er womöglich irgendwann einmal irgendwo hängen u. kann
sich nicht befreien, dabei ist die Verletzungsgefahr sehr groß. Er
könnte sich im harmlosesten Fall den Fuß verrenken, im schlimmeren
Fall eine Kralle verlieren, sich den Zeh oder Fuß brechen u. im
allerschlimmsten Fall erhängen.
Soweit muss es nicht kommen. Der
Tierarzt wird dem Vogel mit einer Nagelzange die Krallen kürzen, das
tut dem Vogel nicht weh. Ich rate aber jedem Anfänger davon ab, es
selber zu versuchen, da man dafür ein gutes Augenmaß u. eine sichere
Hand braucht. Macht man den Fehler und schneidet die Krallen zu kurz,
kann man eine wichtige Ader verletzen u. der Vogel verliert Blut. Selbst
ein paar Tropfen reichen schon, dass der Vogel sehr viel Blut verliert
und er besitzt nicht viel Blut.
Man kann das Krallenschneiden
aber lernen. Man lässt es sich vom Tierarzt oder Züchter zeigen oder
schaut genau zu, wie er es macht. Hält man die Krallen etwas gegen das
Licht, erkennt man die Blutgefäße recht gut. Beim Kürzen unbedingt
darauf achten, dass man ca. 2 bis 3 mm von den Blutgefäßen entfernt
bleibt.
Wenn du es dir selber zutraust
und es dir beim Tierarzt oder Züchter einmal angeschaut hast, dann gehe
folgendermaßen vor:
- Halte für alle Fälle
blutstillende Watte bereit, die sowieso in jede Vogelapotheke
gehört oder aber ein Stück weiche Seife.
- nehme den Vogel zum
Krallenschneiden in Bauchlage (Bauch zeigt nach oben) in die linke
Hand.
- Das Köpfchen liegt dabei
zwischen Zeige- u. Mittelfinger. Die anderen Finger halten einen
Fuß so, dass die Zehen deutlich und ungehindert zu sehen
sind.
- Halte die Zehen mit den
Nägeln gegen eine Lichtquelle, so dass du im Gegenlicht die im
Nagel verlaufenden Blutadern deutlich sehen kannst.
- Von diesen Adern circa 2 - 3
mm davon entfernt bleiben.
- Den Nagel mit einer scharfen
Nagelschere oder -zange in Wachstumsrichtung des Nagels
abschneiden.
- Sollte ein kleines Malheur
passiert und eine Ader verletzt worden sein, dann drücke die
blutstillende Watte auf die blutende Wunde oder aber drücke die
verletzte Kralle in das Stück weiche Seife, bis es aufhört zu
bluten.
Wichtig
zum Thema Krallenschneiden!
Nicht nur die Zehen, sondern auch die Krallen sind mit Blutgefäßen
u. Nervenbahnen versehen, die nicht beschnitten werden
dürfen!
Solltest du es dir nicht zutrauen und unsicher sein, dann überlasse
das Krallenschneiden besser einem Tierarzt oder Züchter.
Junge Vögel haben normalerweise keine Probleme mit zu langen
Krallen, darunter leiden meistens etwas ältere Vögel u. solche,
die zu wenig Abwetzmöglichkeiten für die Krallen haben.
Meine Wellensittichdame muss
leider zweimal im Jahr diese ungeliebte Prozedur über sich ergehen
lassen, da sie erstens schon recht alt ist u. zweitens nach einem
verheilten Beinbruch sich die Krallen nicht mehr so abwetzen kann.
Noch ein
paar Extra-Tipps zum Thema Futter & Wasser:
- Frischkost wie Obst, Gemüse,
Salat, Keimfutter etc. noch am gleichen Tag aus dem Käfig
entfernen, damit sich keine Bakterien oder Schimmelpilze ansiedeln
können o. es ungenießbar wird (welke Salatblätter).
- Trinkwasser jeden Tag
erneuern. Im Sommer bei großer Hitze am besten sogar zweimal
täglich.
- Futterschalen und -behälter
mehrmals täglich überprüfen, ob sie noch gefüllt sind u. der
Vogel ohne weiteres an die Körner herankommt. Da der Wellensittich
die Schalen ausspuckt u. nur das innere Korn herunterschluckt, sieht
der Futternapf zwar gefüllt aus, er ist es aber nicht. Der
Wellensittich kommt nicht so ohne Weiteres an die darunter liegenden
Körner. Ich nehme dann immer den Napf heraus und blase die oberste
Schicht ab. Die leichteren Schalen fliegen weg und die darunter
liegenden Körner sind für den Wellensittich wieder erreichbar.
-----
Lese hierzu
auch die weiterführenden Themen:
kleines Pflegeprogramm | das vogelsichere Zimmer |
Wellensittiche u. Pflanzen
-----
|