- die
richtige Käfig-Ausstattung
Dieses Kapitel ist sozusagen
die Fortsetzung von "die Erstausstattung". Hier gehe ich
noch etwas genauer auf den optimalen Käfig und die zusätzliche
Ausstattung ein.
Zu den einzelnen Unterpunkten: Käfig - Sitzstangen - Futternäpfe -
Badehäuschen - Spielzeug - Vogelsand
Der
Käfig - wie er beschaffen sein sollte
- Der
Käfig sollte grundsätzlich so groß sein, dass seine Bewohner
darin auch schon mal kleine Flugübungen machen können. Also
mindestens 90 cm lang und 50 cm breit u. 60 cm hoch. Viel kleiner
sollte der Käfig wirklich nicht sein.
- Da
der Wellensittich ein Kletterkünstler ist und seine Zehen dafür
ausgerüstet sind, sollten die Gitterstäbe des Käfigs an
mindestens zwei Seiten quer verlaufen, denn an längs verlaufenden
Gitterstäben rutscht der Wellensittich ab, da er sich nicht daran
festhalten kann.
- Die Abstände zwischen den
Gitterstäben sind ebenfalls wichtig, denn sind sie zu groß, kann
der Wellensittich evtl. seinen Kopf hindurchstecken und sich nicht
mehr selbst befreien, sind sie zu klein, kann das gleiche mit
seinem Füßchen passieren. Der optimale Abstand ist zwischen 1,2
cm und 1,5 cm.
- Der optimale
Wellensittichkäfig ist von der Form her rechteckig und hat matte
Gitterstäbe, also nicht diese chromglänzenden in Silber oder
Gold, die Farbe Schwarz, Dunkelbraun o. Dunkelblau dagegen ist
optimal. Das Material der Gitterdrähte sollte aus rostfreiem
Metall sein, am besten sind diejenigen, die mit Epoxydharz
beschichtet sind. Auf die Verarbeitung des Käfigs ist ein
besonderes Augenmerk zu legen. Leider werden im Handel immer noch
wellensittich-untaugliche Käfige angeboten, die mit spitzen
Drähten versehen sind oder sonstwie schlecht verarbeitete Stellen
oder Schnörkel aufweisen. An Schnörkel kann er sich einklemmen
und die spitzen Drähte können ihn lebensgefährlich verletzen.
- Die Käfigtür sollte groß
genug sein, so dass man den Vogel bequem mal hinausholen oder die
Futternäpfe wechseln kann.
- Die Bodenschale sollte aus
bruchsicherem u. hitzebeständigem Kunststoff bestehen. Schlagfest
deshalb, damit sie nicht so schnell beschädigt werden kann u.
sich die Vögel an irgendwelchen ausgeschlagenen Ecken u. Kanten
verletzen können. Und hitzebeständig vor allem deshalb, damit
sie auch mit heißem Wasser gründlich gereinigt werden kann. Eine
Schublade ist nützlich, damit das Wechseln des Vogelsandes
erleichtert wird. Wenn der Käfig ein Bodengitter hat, sollte man
dieses entfernen, da der Kot daran hängenbleibt u. das Gitter die
Sittiche daran hindern würde, sich am Boden aufzuhalten.
Die
Sitzstangen
- Die meisten Käfige werden
mit dazugehörigen Sitzstangen ausgeliefert, die entweder aus
hartem gedrechselten Holz oder aus Kunststoff sind. Beides ist
ungeeignet und sollte möglichst bald gegen Naturzweige
ausgewechselt werden. Das stillt zum einen das Nagebedürfnis des
Wellensittichs, zum anderen sind in der Rinde frischer Naturzweige
Mineralstoffe enthalten, die gesund sind u. zu guter Letzt wird
durch Naturzweige die Muskulatur der Beine des Sittichs
gestärkt.
- Zweige in unterschiedlichen
Stärken verwenden, damit es nicht zu Druckgeschwüren an der
Unterseite der Füße kommt. Sie sollten aber so dick sein, dass
der Vogel die Äste nicht umgreifen kann, damit so die Krallen
abgenutzt werden.
- Es sind nicht alle Zweige
geeignet. Die folgenden kannst du unbedenklich verwenden: Erle,
Linde, Pappel, Weide, Kirschbaum, Apfelbaum, Hasel. Diese Zweige aber vor
Gebrauch nur mit warmem Wasser abbürsten u. gut trocknen lassen.
Keine Äste bzw. Zweige verwenden, die sich in der Nähe von stark
befahrenen Straßen befinden.
-
Die Sitzstangen sollten möglichst "hoch - tief - hoch"
angeordnet sein, so dass er über die mittlere Sitzstange
hinwegfliegen kann.
Spielzeug
im Käfig und für "draußen"
darauf wird im Kapitel "die richtige
Käfigausstattung" noch etwas näher eingegangen. Hier
nur kurz - für die ausführlichere Variante bitte auf den
jeweiligen Link klicken.
Messingglöckchen
- dieses Spielzeug ist wegen seiner klingenden Geräusche sehr
beliebt. Sowieso alles was klingt, zieht den Welli magisch an.
Der Wellensittich stößt es an und es bringt einen Ton hervor.
Spiegel -
eigentlich kein Spielzeug im eigentlichen Sinn, sondern der
Spiegel gaukelt dem Wellensittich einen Artgenossen vor und mit
dem kann er kaum spielen, sondern er fühlt sich nur nicht so
allein. Das gleiche gilt für Plastikvögel.
Klettergeräte -
Leitern (ohne Ecken u. scharfkantige Teile) sind sehr beliebt.
Man hängt sie an eine Stange und der Welli kann versuchen, die
einzelnen Sprossen hoch- u. herunter zu laufen.
Gitterball -
Dieser könnte wieder zu einem Lieblingsspielzeug auserkoren
werden. Oftmals ist in der Mitte eine kleine Schelle vorhanden,
die ebenfalls beim Rollen einige Töne von sich gibt. Der Vogel
kann das Bällchen mit dem Schnabel halten und eine Strecke weit
tragen. Oder er spielt regelrecht Fußball damit. Am schönsten
ist das Spiel mit dem Menschen: Der Vogel wirft den Ball von der
Tischkante und der Mensch - gut dressiert - holt ihn
wieder.
Kreisel aus Holz
- natürlich ohne scharfe Kanten sind für den Welli sehr
faszinierend. Diese werden im Käfig oder am Wellispielplatz
aufgehängt und drehen sich leicht, wenn sie berührt werden.
Hanf- und
Baumwollseil - es kann wiederum am Vogelspielplatz oder im
Käfig angebracht sein. Es hängt vom Käfigdach herab und
bietet dem Sittich so eine Möglichkeit, immer neue
Kletterkunststücke zu vollbringen. Weiche Baumwollseile werden
vom Vogel auch gerne auseinandergezwirbelt. Die Hanfseile
dagegen sind etwas härter. Man sollte aber unbedingt darauf
achten, dass das Seil nicht zu dünn u. zu lang ist, so dass er
sich strangulieren könnte. Am besten zwischendrin ein paar
Knoten ins Seil knüpfen.
Was
der Welli sonst noch mag:
Das Herunterwerfen
von Gegenständen. Dieses Spiel macht am meisten Spaß, wenn
sein Mensch daran beteiligt ist. Meine Wellidame hatte damals
die Angewohnheit, alles, was auf dem Tisch lag u. was sie
irgendwie befördern konnte, zur Tischkante zu transportieren
und dort dem Fallen begeistert zuzuschauen. Auch Kaffeelöffel
mussten daran glauben und oh wehe, jemand wagte es, den
Kaffeelöffel vor ihr in Sicherheit zu bringen, dann wurde er
streng durch einen Biss daran gehindert.
Das Rollen u.
Schieben von Gegenständen. Man benötigt dafür wie oben
erwähnt Gitterbällchen oder kleine Spielzeugautos. Diese
werden vom Wellensittich geschoben o. gerollt. Wenn man mit dem
Wellensittich sehr vertraut ist, kann man das Spiel auch
zusammen mit dem Wellensittich bzw. Wellensittichen spielen,
indem man den Gegenstand auf ihn bewegt oder in eine ganz andere
Richtung, so dass er ihm hinterher läuft.
Zuwendung.
Eigentlich wird das im nächsten Kapitel noch genauer
beschrieben. Aber auch an dieser Stelle möchte ich erwähnen,
dass der Wellensittich ein sehr sozialer Vogel ist und sich
über die Ansprache u. Zuwendung vom Menschen auch sehr freut.
Egal, ob der Vogel übergangsweise als Einzelvogel oder mit
mehreren gehalten wird, der Mensch gehört irgendwann zu
"seinem" Schwarm. Sollte er wirklich als Einzelvogel
gehalten werden, muss man sich täglich mehrmals Zeit für ihn
nehmen, um mit ihm zu reden. Es schafft eine enge Bindung und er
hat das Gefühl, dass er nicht allein ist und zu jemandem
gehört. Er mag es, wenn er auf der Hand sitzen und den Worten
seines Menschen lauschen darf. Und hierbei besteht die große
Möglichkeit, dass er etwas Neues hinzulernt, was er eventuell
später einmal nachspricht. Auch sein zukünftiger Partner (ein
Wellensittich sollte niemals für immer alleine gehalten werden,
sondern nur für eine Übergangszeit, zu dem Zweck ihn etwas an
den Menschen zu gewöhnen, was im allgemeinen als
"Zähmen" bezeichnet wird.) kann von dieser Zeit
profitieren u. dem neuen Vogel fällt es um so leichter, dieses
dem Menschen gegenüber vertraute Verhalten zu übernehmen.
Auch bei mehren Vögeln
kann man mit jedem Vogel einzeln diese sozialen Stunden
abhalten, am besten, wenn die anderen aus dem Zimmer sind, sonst
gibt es Eifersüchteleien ...
Das Verwöhnen und
Füttern. Als nächstes sei noch das Füttern und Verwöhnen
mit Obst, Kolbenhirse oder anderen Leckerbissen erwähnt. Nicht
umsonst heißt es: "Liebe geht durch den Magen".
Dieses Verführen mit Obst oder Hirse durch die Hand lässt sich
der Vogel gerne gefallen und auch das schweißt zusammen.
- Dieses Kapitel ließe
sich bestimmt noch unendlich fortführen und ich habe es
auch vor. Daher würde ich mich über eure Erfahrungen
sehr freuen, die ihr mit Gegenständen gemacht habt. Was
haltet ihr von Gitterbällchen & Co.? Was hat
euer Wellensittich so erfunden, um sich die Zeit zu
vertreiben? Zeigt eure "Bauarbeiter" in
Aktion mit ihrem Spielzeug, auch die Schäden, die sie
angerichtet haben. Schickt mir auch eure
selbstgebastelten Spielplätze oder Vogelbäume, am
besten mit genauer Anleitung, damit ich diese hier
vorstellen kann.
Meine eMail-Adresse lautet: info@wellensittich-seiten.de
Die verbotenen
Spiele. Wenn der Vogel viel Freiflug hat, wird er immer
erfindungsreicher und mutiger und so macht er sich bald auch an
die verbotenen Gegenständige heran. Findet er ein Buch,
welches aufgeschlagen auf dem Tisch liegt, sind im Nu die Seiten
durchlöchert. Auch haben sich einige Vögel als wahre
Tapetenabreißer entpuppt. Unsere beiden haben sich auf den
Türrahmen gesetzt und dann während meiner Abwesenheit ein
Riesenloch von beachtlicher Größe in die Tapete
gestanzt. Auch ein Glas ist für den Vogel recht
einladend - egal ob gefüllt oder nicht, aber dass sollte er
besser lassen. Es ist gefährlich, wenn der Vogel abrutscht und
sich aus eigener Hilfe nicht mehr daraus befreien kann. Ist das
Glas bzw. das Gefäß mit Flüssigkeit gefüllt, kann er
ertrinken. Also ohne Aufsicht kein Glas - weder gefüllt noch
leer - im Zimmer herumstehen lassen.
Messingglöckchen - ich
habe die Erfahrung gemacht, dass das Glöckchen einen hohen
Stellenwert unter den Spielzeugen bei Wellensittichen hat. Es
ist sehr beliebt. Der Wellensittich stößt es an und es
klingelt. Wenn er mal wütend ist, reagiert er sich daran durch
heftigeres Stoßen ab. Manchesmal wird es als Hütchen benutzt,
ein anderes Mal versenkt er sein ganzes Gesicht darunter, um an
den Glockenstößel zu nagen. Es wird daran hochgeklettert etc.
Spiegel - darüber gibt
es geteilte Meinungen. Die einen verteufeln den Spiegel, da der
Vogel darin einen Artgenossen sieht und dann für seinem Partner
angeblich nichts mehr übrig hat. Bei einem vorübergehend
einzeln gehaltenen Wellensittich soll er zu einem abnormen
Triebverhalten führen, da er den Spiegel ständig bebalzt und
befüttert. Ich persönlich sehe das nicht so eng, denn meine
nicht einzeln gehaltenen Wellensittiche haben dadurch keinen
übermäßigen Trieb bekommen. Ganz im Gegenteil, sie hatten
ihren Partner und das Spiegelbild gaukelte den Wellensittichen
sogar noch mehr Artgenossen vor und die Wellis fühlten sich wie
in einem Schwarm. Aber man muss das selber abwägen, sollte der
Wellensittich zu einem übermäßigen Fütterungstrieb
gegenüber dem Spiegel neigen, dann heißt es, den Spiegel zu
entfernen, da das ständige Hochwürgen von Futter den
Kropfschleimhäute auf Dauer schädigen kann u. so eine
Bereitschaft zur Kropfentzündung besteht. Allerdings wird sich
der Wellensittich daraufhin ein Ersatzobjekt suchen. Wenn der
Welli balzen oder füttern will, dann wird er andere Wege
finden, dieses zu tun. Der Spiegel ist aber im eigentlichen
Sinne kein Spielzeug.
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Lese hierzu
auch die weiterführenden Themen:
Spielen und Sprechenlernen | die
richtige Käfigausstattung |
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