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Die Haltung und Pflege des Wellensittichs


  1. Hygiene u. Sauberhalten
  2. kleines Pflegeprogramm
  3. Spielen und Beschäftigung
  4. Zähmen und Sprechenlernen
  5. die richtige Käfig-Ausstattung
  6. Urlaubszeit
  7. Keine Einzelhaltung
  8. Der Senior (wenn der Wellensittich altert)

  1. die richtige Käfig-Ausstattung

Dieses Kapitel ist sozusagen die Fortsetzung von "die Erstausstattung". Hier gehe ich noch etwas genauer auf den optimalen Käfig und die zusätzliche Ausstattung ein. 
Zu den einzelnen Unterpunkten: Käfig - Sitzstangen - Futternäpfe - Badehäuschen - Spielzeug - Vogelsand

Der Käfig - wie er beschaffen sein sollte

  • Der Käfig sollte grundsätzlich so groß sein, dass seine Bewohner darin auch schon mal kleine Flugübungen machen können. Also mindestens 90 cm lang und 50 cm breit u. 60 cm hoch. Viel kleiner sollte der Käfig wirklich nicht sein.

  • Da der Wellensittich ein Kletterkünstler ist und seine Zehen dafür ausgerüstet sind, sollten die Gitterstäbe des Käfigs an mindestens zwei Seiten quer verlaufen, denn an längs verlaufenden Gitterstäben rutscht der Wellensittich ab, da er sich nicht daran festhalten kann. 

  • Die Abstände zwischen den Gitterstäben sind ebenfalls wichtig, denn sind sie zu groß, kann der Wellensittich evtl. seinen Kopf hindurchstecken und sich nicht mehr selbst befreien, sind sie zu klein, kann das gleiche mit seinem Füßchen passieren. Der optimale Abstand ist zwischen 1,2 cm und 1,5 cm.

  • Der optimale Wellensittichkäfig ist von der Form her rechteckig und hat matte Gitterstäbe, also nicht diese chromglänzenden in Silber oder Gold, die Farbe Schwarz, Dunkelbraun o. Dunkelblau dagegen ist optimal. Das Material der Gitterdrähte sollte aus rostfreiem Metall sein, am besten sind diejenigen, die mit Epoxydharz beschichtet sind. Auf die Verarbeitung des Käfigs ist ein besonderes Augenmerk zu legen. Leider werden im Handel immer noch wellensittich-untaugliche Käfige angeboten, die mit spitzen Drähten versehen sind oder sonstwie schlecht verarbeitete Stellen oder Schnörkel aufweisen. An Schnörkel kann er sich einklemmen und die spitzen Drähte können ihn lebensgefährlich verletzen.

  • Die Käfigtür sollte groß genug sein, so dass man den Vogel bequem mal hinausholen oder die Futternäpfe wechseln kann.

  • Die Bodenschale sollte aus bruchsicherem u. hitzebeständigem Kunststoff bestehen. Schlagfest deshalb, damit sie nicht so schnell beschädigt werden kann u. sich die Vögel an irgendwelchen ausgeschlagenen Ecken u. Kanten verletzen können. Und hitzebeständig vor allem deshalb, damit sie auch mit heißem Wasser gründlich gereinigt werden kann. Eine Schublade ist nützlich, damit das Wechseln des Vogelsandes erleichtert wird. Wenn der Käfig ein Bodengitter hat, sollte man dieses entfernen, da der Kot daran hängenbleibt u. das Gitter die Sittiche daran hindern würde, sich am Boden aufzuhalten.
 

Die Sitzstangen

  • Die meisten Käfige werden mit dazugehörigen Sitzstangen ausgeliefert, die entweder aus hartem gedrechselten Holz oder aus Kunststoff sind. Beides ist ungeeignet und sollte möglichst bald gegen Naturzweige ausgewechselt werden. Das stillt zum einen das Nagebedürfnis des Wellensittichs, zum anderen sind in der Rinde frischer Naturzweige Mineralstoffe enthalten, die gesund sind u. zu guter Letzt wird durch Naturzweige die Muskulatur der Beine des Sittichs gestärkt. 
  • Zweige in unterschiedlichen Stärken verwenden, damit es nicht zu Druckgeschwüren an der Unterseite der Füße kommt. Sie sollten aber so dick sein, dass der Vogel die Äste nicht umgreifen kann, damit so die Krallen abgenutzt werden.
  • Es sind nicht alle Zweige geeignet. Die folgenden kannst du unbedenklich verwenden: Erle, Linde, Pappel, Weide, Kirschbaum, Apfelbaum, Hasel. Diese Zweige aber vor Gebrauch nur mit warmem Wasser abbürsten u. gut trocknen lassen. Keine Äste bzw. Zweige verwenden, die sich in der Nähe von stark befahrenen Straßen befinden.

  • Die Sitzstangen sollten möglichst "hoch - tief - hoch" angeordnet sein, so dass er über die mittlere Sitzstange hinwegfliegen kann.

Spielzeug im Käfig und für "draußen"
darauf wird im Kapitel "die richtige Käfigausstattung" noch etwas näher eingegangen. Hier nur kurz - für die ausführlichere Variante bitte auf den jeweiligen Link klicken.

Messingglöckchen - dieses Spielzeug ist wegen seiner klingenden Geräusche sehr beliebt. Sowieso alles was klingt, zieht den Welli magisch an. Der Wellensittich stößt es an und es bringt einen Ton hervor.

Spiegel - eigentlich kein Spielzeug im eigentlichen Sinn, sondern der Spiegel gaukelt dem Wellensittich einen Artgenossen vor und mit dem kann er kaum spielen, sondern er fühlt sich nur nicht so allein. Das gleiche gilt für Plastikvögel.

Klettergeräte - Leitern (ohne Ecken u. scharfkantige Teile) sind sehr beliebt. Man hängt sie an eine Stange und der Welli kann versuchen, die einzelnen Sprossen hoch- u. herunter zu laufen.

Gitterball - Dieser könnte wieder zu einem Lieblingsspielzeug auserkoren werden. Oftmals ist in der Mitte eine kleine Schelle vorhanden, die ebenfalls beim Rollen einige Töne von sich gibt. Der Vogel kann das Bällchen mit dem Schnabel halten und eine Strecke weit tragen. Oder er spielt regelrecht Fußball damit. Am schönsten ist das Spiel mit dem Menschen: Der Vogel wirft den Ball von der Tischkante und der Mensch - gut dressiert - holt ihn wieder. 

Kreisel aus Holz - natürlich ohne scharfe Kanten sind für den Welli sehr faszinierend. Diese werden im Käfig oder am Wellispielplatz aufgehängt und drehen sich leicht, wenn sie berührt werden.

Hanf- und Baumwollseil - es kann wiederum am Vogelspielplatz oder im Käfig angebracht sein. Es hängt vom Käfigdach herab und bietet dem Sittich so eine Möglichkeit, immer neue Kletterkunststücke zu vollbringen. Weiche Baumwollseile werden vom Vogel auch gerne auseinandergezwirbelt. Die Hanfseile dagegen sind etwas härter. Man sollte aber unbedingt darauf achten, dass das Seil nicht zu dünn u. zu lang ist, so dass er sich strangulieren könnte. Am besten zwischendrin ein paar Knoten ins Seil knüpfen.

Was der Welli sonst noch mag:

Das Herunterwerfen von Gegenständen. Dieses Spiel macht am meisten Spaß, wenn sein Mensch daran beteiligt ist. Meine Wellidame hatte damals die Angewohnheit, alles, was auf dem Tisch lag u. was sie irgendwie befördern konnte, zur Tischkante zu transportieren und dort dem Fallen begeistert zuzuschauen. Auch Kaffeelöffel mussten daran glauben und oh wehe, jemand wagte es, den Kaffeelöffel vor ihr in Sicherheit zu bringen, dann wurde er streng durch einen Biss daran gehindert.

Das Rollen u. Schieben von Gegenständen. Man benötigt dafür wie oben erwähnt Gitterbällchen oder kleine Spielzeugautos. Diese werden vom Wellensittich geschoben o. gerollt. Wenn man mit dem Wellensittich sehr vertraut ist, kann man das Spiel auch zusammen mit dem Wellensittich bzw. Wellensittichen spielen, indem man den Gegenstand auf ihn bewegt oder in eine ganz andere Richtung, so dass er ihm hinterher läuft.

Zuwendung.  Eigentlich wird das im nächsten Kapitel noch genauer beschrieben. Aber auch an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass der Wellensittich ein sehr sozialer Vogel ist und sich über die Ansprache u. Zuwendung vom Menschen auch sehr freut. Egal, ob der Vogel übergangsweise als Einzelvogel oder mit mehreren gehalten wird, der Mensch gehört irgendwann zu "seinem" Schwarm. Sollte er wirklich als Einzelvogel gehalten werden, muss man sich täglich mehrmals Zeit für ihn nehmen, um mit ihm zu reden. Es schafft eine enge Bindung und er hat das Gefühl, dass er nicht allein ist und zu jemandem gehört. Er mag es, wenn er auf der Hand sitzen und den Worten seines Menschen lauschen darf. Und hierbei besteht die große Möglichkeit, dass er etwas Neues hinzulernt, was er eventuell später einmal nachspricht. Auch sein zukünftiger Partner (ein Wellensittich sollte niemals für immer alleine gehalten werden, sondern nur für eine Übergangszeit, zu dem Zweck ihn etwas an den Menschen zu gewöhnen, was im allgemeinen als "Zähmen" bezeichnet wird.) kann von dieser Zeit profitieren u. dem neuen Vogel fällt es um so leichter, dieses dem Menschen gegenüber vertraute Verhalten zu übernehmen.

Auch bei mehren Vögeln kann man mit jedem Vogel einzeln diese sozialen Stunden abhalten, am besten, wenn die anderen aus dem Zimmer sind, sonst gibt es Eifersüchteleien ...

Das Verwöhnen und Füttern. Als nächstes sei noch das Füttern und Verwöhnen mit Obst, Kolbenhirse oder anderen Leckerbissen erwähnt. Nicht umsonst heißt es: "Liebe geht durch den Magen". Dieses Verführen mit Obst oder Hirse durch die Hand lässt sich der Vogel gerne gefallen und auch das schweißt zusammen.

  • Dieses Kapitel ließe sich bestimmt noch unendlich fortführen und ich habe es auch vor. Daher würde ich mich über eure Erfahrungen sehr freuen, die ihr mit Gegenständen gemacht habt. Was haltet ihr von Gitterbällchen & Co.? Was hat euer Wellensittich so erfunden, um sich die Zeit zu vertreiben? Zeigt eure "Bauarbeiter" in Aktion mit ihrem Spielzeug, auch die Schäden, die sie angerichtet haben. Schickt mir auch eure selbstgebastelten Spielplätze oder Vogelbäume, am besten mit genauer Anleitung, damit ich diese hier vorstellen kann. 
    Meine eMail-Adresse lautet: info@wellensittich-seiten.de

Die verbotenen Spiele. Wenn der Vogel viel Freiflug hat, wird er immer erfindungsreicher und mutiger und so macht er sich bald auch an die verbotenen Gegenständige heran. Findet er ein Buch, welches aufgeschlagen auf dem Tisch liegt, sind im Nu die Seiten durchlöchert. Auch haben sich einige Vögel als wahre Tapetenabreißer entpuppt. Unsere beiden haben sich auf den Türrahmen gesetzt und dann während meiner Abwesenheit ein Riesenloch von beachtlicher Größe in die Tapete gestanzt. Auch ein Glas ist für den Vogel recht einladend - egal ob gefüllt oder nicht, aber dass sollte er besser lassen. Es ist gefährlich, wenn der Vogel abrutscht und sich aus eigener Hilfe nicht mehr daraus befreien kann. Ist das Glas bzw. das Gefäß mit Flüssigkeit gefüllt, kann er ertrinken. Also ohne Aufsicht kein Glas - weder gefüllt noch leer - im Zimmer herumstehen lassen.

 

Messingglöckchen - ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Glöckchen einen hohen Stellenwert unter den Spielzeugen bei Wellensittichen hat. Es ist sehr beliebt. Der Wellensittich stößt es an und es klingelt. Wenn er mal wütend ist, reagiert er sich daran durch heftigeres Stoßen ab. Manchesmal wird es als Hütchen benutzt, ein anderes Mal versenkt er sein ganzes Gesicht darunter, um an den Glockenstößel zu nagen. Es wird daran hochgeklettert etc.

Spiegel - darüber gibt es geteilte Meinungen. Die einen verteufeln den Spiegel, da der Vogel darin einen Artgenossen sieht und dann für seinem Partner angeblich nichts mehr übrig hat. Bei einem vorübergehend einzeln gehaltenen Wellensittich soll er zu einem abnormen Triebverhalten führen, da er den Spiegel ständig bebalzt und befüttert. Ich persönlich sehe das nicht so eng, denn meine nicht einzeln gehaltenen Wellensittiche haben dadurch keinen übermäßigen Trieb bekommen. Ganz im Gegenteil, sie hatten ihren Partner und das Spiegelbild gaukelte den Wellensittichen sogar noch mehr Artgenossen vor und die Wellis fühlten sich wie in einem Schwarm. Aber man muss das selber abwägen, sollte der Wellensittich zu einem übermäßigen Fütterungstrieb gegenüber dem Spiegel neigen, dann heißt es, den Spiegel zu entfernen, da das ständige Hochwürgen von Futter den Kropfschleimhäute auf Dauer schädigen kann u. so eine Bereitschaft zur Kropfentzündung besteht. Allerdings wird sich der Wellensittich daraufhin ein Ersatzobjekt suchen. Wenn der Welli balzen oder füttern will, dann wird er andere Wege finden, dieses zu tun. Der Spiegel ist aber im eigentlichen Sinne kein Spielzeug.

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Lese hierzu auch die weiterführenden Themen:  
Spielen und Sprechenlernendie richtige Käfigausstattung

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