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Rat & Tat - Noch mehr Tipps zu Gesundheit, Haltung u. Pflege 


  1. Wellensittiche u. andere Tiere
  2. Wellensittiche u. Kinder
  3. Wellensittiche und Pflanzen
  4. Vorsicht Hitze!
  5. Standort Küche
  6. Kleine Notfall-Apotheke
  7. Erste Hilfe-Maßnahmen
  8. Der Gang zum Tierarzt
  9. Der entflogene Wellensittich
  10. Wenn der Partner stirbt

  1. Wellensittiche in Gesellschaft mit anderen Tieren
Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht glauben mag, sind Wellis in Hinsicht auf Vergesellschaftung mit anderen Vögeln alles andere als unkompliziert. Was die Vierbeiner betrifft, so stellen viele Tiere aufgrund ihrer Größe und ihres natürlichen Jagdtriebes oder Nahrungsspektrums eine Gefahr für den kleinen Wellensittich dar.
  1. Wellensittiche und andere Vogelarten

Der Wellensittich ist ein friedliches Tier. Wenn es nach ihm ginge, könnte er mit jedem Vogel harmonisch zusammenleben. Aber leider sind Wellensittiche aufgrund ihrer Verspieltheit und ihres gelegentlichen Übermuts nicht immer eine Wohltat für andere Vögel. Wellensittiche sollten mit anderen Vögeln nie auf zu engem Raum beherbergt werden. Empfohlen wird hier die Volierenhaltung. 

Bei der Unterbringung von anderen Vogelarten mit Wellensittichen zusammen in einem normalen Käfig ist immer Vorsicht angebacht. Laut Gutachten über Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien (und Sittichen), sollte der Käfig für ein Paar Wellensittiche 100 x 50 x50 cm (L x B x H) nicht unterschreiten. Pro zusätzliches Paar soll die Grundfläche um 50% erhöht werden. Das wären z.B. bei 6 Vögel eine Grundfläche von 1 m². 

Nymphensittiche

Nymphen verstehen sich allgemein gut mit Wellensittichen. In Australien brüten beide Arten ja auch in denselben Bäumen. Sie sind friedlich  und werden auch häufig problemlos mit Wellensittichen zusammengesetzt. Allerdings gibt es nie eine Garantie, dass die einzelnen Vögel sich vertragen. 

Setze sie auf keinen Fall gleich zusammen und besorge Dir für die erste Zeit einen Übergangskäfig. Warte lieber einige Wochen ab, was während des Freiflugs passiert. Wenn die Nymphen bei den Wellensittichen sitzen oder andersrum kannst Du bald den 2. Käfig entfernen. 

Nun sind Nymphen ja vom Charakter her sehr viel ruhiger und manchmal "tapsiger" als Wellis, während Wellensittiche sehr quirlig sind. Im allgemeinen sagt man, dass mehrere Wellis sozusagen bei Nymphensittichen "die Hosen anhaben", aber ein Nymphensittich kann durchaus schon mal sehr übel zubeißen, da er ja den härteren und kräftigeren Schnabel hat.  

Bourkesittiche (Grassittiche - Neophema)

Bourkesittiche haben andere Aktivitätsphasen als Wellensittiche, es sind dämmerungsaktive Vögel und deshalb ist es nicht ratsam sie mit den quirligen Wellensittichen zusammen in einer Behausung zu halten. Sie würden sich gegenseitig stören. 

Ein zweites Problem bei Bourkesittichen ist, dass sie sich sehr gern am Boden aufhalten, was auch bei größter Vorsicht immer eine Gefahr für die Vögel darstellt, bei Zimmerhaltung mit Freiflug noch mehr als bei Volierenhaltung. 

Auf der anderen Seite sollen Bourkesittiche aber wirklich sehr friedfertig sein. Und auch wenn sie nicht richtig zahm werden, so sind sie meist auch nicht sehr scheu bzw. ängstlich. Aber wenn du Platz genug hast, spricht nichts gegen eine eigene Behausung....du kannst sie gemeinsam fliegen lassen. 

Zu den Grassittichen zählen auch Glanzsittiche, Feinsittiche, Schmucksittiche und Schönsittiche. Im Grunde genommen verstehen sich diese mit den Wellensittichen, aber aus oben genannten Gründen sollte man die Vögel nicht zusammen in einem Käfig oder einer Voliere halten. Die frecheren Wellensittichen können den ruhigen Glanzsittichen ganz schön auf die Nerven gehen und sie stressen, da sich diese tagsüber ruhig verhalten und abends aktiv werden.

Sperlingspapageien

Bei den Sperlingspapageien musst du ebenfalls aufpassen, diese kann man nicht mit Wellensittichen vergesellschaften, da diese auch außerhalb der Brutzeit sehr aggressiv den Wellis gegenüber sind. Auch hier gilt: gemeinsamer Freiflug: Ja, gemeinsame Behausung: Nein.

Unzertrennliche oder Agaporniden

Agaporniden hält man grundsätzlich nicht mit Wellensittichen in einer Voliere oder gar in einem Käfig. Die Agaporniden zerbeißen die Beine der Wellis oder noch mehr, da sie fürchterlich eifersüchtig werden können. Züchter von WS und Agaporniden trennen nicht nur die Agaporniden von den Wellensittichen strikt, sondern sogar unterschiedliche Agaporniden-Arten voneinander, da nicht mal diese 100% verträglich miteinander sind. 

Man kann aber durchaus Agaporniden und Wellensittiche in einem Zimmer halten. Ein gemeinsamer Freiflug ist problematisch und sollte eigentlich nicht stattfinden. Denn: Solange Agaporniden noch Jungtiere sind, sind sie meist friedlich, aber wehe wenn sie erwachsen sind. Ihr erstes Angriffsziel sind dann die Füße der vermeintlichen Gegner. 

Für Agaporniden ist jeder ein Gegner, der sich in deren Revier befindet. Das Revierverhalten ist sehr ausgeprägt und sie kennen auch keine Angst vor größeren. Im übrigen sind die Agapornisarten mit den weißen Augenringen friedlicher als z.B. die Rosenköpfchen. Trotzdem niemals mit anderen Vögeln vergesellschaften. 

Ich habe eine zeitlang ein Pfirsichköpfchen zusammen mit Wellensittichen Freiflug gewährt, es ist deshalb nichts passiert, weil das Pfirsichköpfchen eben noch sehr jung war und noch keinen Partner hatte (es war ein zugeflogener Vogel). Aber ich habe meine Vögel nie aus den Augen gelassen und habe das Pfirsichköpfchen nie unterschätzt.  

Katharinasittiche

Das wäre ein Versuch wert. Nur sollte man die Katharinasittiche in deutlicher Überzahl halten. Eine Empfehlung sind bei zwei Wellensittichen, mindestens 4 Katharinasittiche, besser aber 6 Stück.

Rosellas

Von Rosellas ist eigentlich abzuraten, denn diese Gemeinschaftshaltung ist schon bei vielen schiefgegangen. Rosellas gelten, wie alle Platycercusarten,  (=Plattschweifsittiche) anderen Arten gegenüber als aggressiv, besonders wenn sie in Brutstimmung geraten. Auch sind sie nicht einfach zu verpaaren. Rosellas sind den Wellensittichen weit überlegen und können ihnen, wenn es zu Konflikten kommt, ordentlich zusetzen und sie schwer verletzen. Auf jeden Fall müssen sie in einem großen separaten Käfig untergebracht werden. Sichtkontakt ja, aber in zusammen in einer Voliere nicht unbedingt. 

Stanleysittiche gehören ebenfalls zu den Platycerusarten. Diese Sittiche sollen etwas weniger aggressiv sein, aber trotzdem wird allgemein von der Vergesellschaftung mit Wellensittichen abgeraten.

größere  Papageienarten

Davon ist abzuraten. Auch wenn die meisten größeren Papageienarten  eigentlich friedlich sind. Aber wenn sie sich von einem Wellensittich gestört fühlen, können sie ihn durch deren starken Schnabel ernsthaft verletzen oder gar töten. Das geschieht nicht unbedingt mutwillig, sondern mehr aus Versehen. 

Kanarienvögel und Finken

Eine gemeinsame Haltung dieser Arten ist unter Vorbehalt und bestimmten Voraussetzungen möglich. Zebrafinken vertragen sich zwar großartig mit unseren Wellis, und es gibt auch ein schönes buntes Bild. Die kleinen Zebrafinken sind ja sowieso immer irgendwo ein Nestchen am bauen. Aber es passiert schon mal, dass Wellensittiche diesen kleineren Gesellen aus Übermut in die Füße zwicken, auch abgetrennte Zehen sind schon mal vorgekommen. Also wenn überhaupt, dann nur in einer größeren Voliere.

Mit Kanarienvögeln klappt es nicht immer. Man muss die Tiere  schon eine Weile beobachten, um sicherzugehen, dass es gut geht. Platz genug damit der Kanarienvogel sich vor eventuellen "Angriffen" des Wellis schützen kann. Nicht JEDER Kanarienvogel ist stark genug, es mit einem Welli aufzunehmen.
Nicht jeder Welli weiß, wie er mit einem Kanarie umzugehen hat. Die Wellis sind teilweise "grob", wenn sie aufgedreht sind und spielen wollen. Das kann einem Kanarienvogel ganz schön wehtun, wenn der sich nicht zu helfen weiß. 

Ein zweites Problem ist, dass die Kanarien sich während der Balz- und Brutzeit (von April bis Oktober) anders verhalten. Das Kanarienmännchen hat dann nämlich ein ausgeprägtes Revierverhalten und greift die Wellensittiche an, so dass es dann zu Beißereien kommt. Zwischen dem Kanarienweibchen und den Wellis gibt es aber keine Probleme. 

Also: ich würde sagen, es käme auf einen Versuch an. Sollte die Vergesellschaftung jedoch scheitern, sollten Vorkehrungen getroffen sein, die Kanarien artgerecht separat halten zu können.

Allerdings gilt es noch etwas zu berücksichtigen: Kanarien und Finken legen Eier in Nester. Sittiche legen Eier in Höhlen. Sittiche wissen also nicht, was Vogelnester sind. Sie betrachten die Vogelnester von Kanarienvögel und Prachtfinken als Spielzeug und zerrupfen diese. Da ist Ärger natürlich vorprogrammiert.

Täubchen, Stare, Drosseln

Mit diesen Vögeln kann der Wellensittich zusammen gehalten werden, da sie sich gleichgültig zueinander verhalten,  allerdings auch nur in einer größeren Voliere. 

Merke: Niemals, niemals sollte man Wellensittiche mit anderen Vögeln auf zu engem Raum zusammenpferchen. Das führt fast immer zu aggressivem Verhalten, was Verletzungen zur Folge haben kann.

Je jünger man die verträglichen Arten mit den Wellensittichen vergesellschaftet, desto eher gewöhnen sie sich aneinander.

Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man zunächst mal die eine Art artgerecht halten. Bei Wellensittichen empfiehlt sich die Gruppenhaltung sozusagen von selbst, und erst in einer Gruppe hat man eigentlich die Möglichkeit, alle Verhaltensweisen der Vögel kennenzulernen.

 

  1. Wellensittiche und andere Tierarten

Mit nicht gefiederten Tieren kann der Wellensittich nicht viel anfangen oder auch umgekehrt.

Hund

Wenn der Hund gut erzogen ist und den Wellensittich als Familienmitglied akzeptiert, dann kann es gut gehen. Manchmal geht es so weit, dass der Hund den Wellensittich als seinen Schützling betrachtet und über ihn wacht, der Hund lässt dann geduldig (fast) alles mit sich machen. Es gibt aber auch Hunde, die nach Wellensittichen schnappen, wenn dieser haarscharf an deren Kopf vorbeifliegt oder auf den Boden trippelt. Auch hier unbedingt bei Freiflug beaufsichtigen.

Katze

Für die Katze ist der Vogel ein Beutetier. Katze und Vogel sollten von daher niemals unbeaufsichtigt in einem Raum zusammen leben. Freiflug niemals wenn die Katze im selben Raum ist oder Zugang zum Zimmer hat, denn zu leicht kann es hier zu Unfällen kommen. Für beide bedeutet es Stress, selbst für die Katze, da sie jagen möchte, aber nicht darf. Irgendwann kommt eine Situation und das Unglück ist passiert.

Übrigens, Katzenbisse und Kratzer sind für einen Wellensittich äußerst gefährlich, da Katzen in ihrem Speichel ein Bakterium haben (Pasteurellen), dass, sobald es in die Blutbahn des Vogels gerät, innerhalb kürzester Zeit zum Tode führen kann und das selbst bei oberflächlichen Verletzungen, die kaum sichtbar sind, es genügen kleinste Kratzer.  

Der Wellensittich muss nach so einer Verletzung sofort zum Tierarzt gebracht werden, damit er ihm ein Antibiotikum injizieren kann.

Nager wie Hamster, Meerschweinchen

Grundsätzlich ist generell davon abzuraten, Vögel mit Nagern in einem Raum zu halten, da die Nager, bei Freiflug der Vögel, unter ständigem Stress stehen!
In der Natur fliehen die Nagetiere vor Vögeln instinktiv, da Greifvögel ja Nager aus der Luft angreifen und auch erbeuten.

Außerdem kommt bei z.B. Hamstern hinzu, dass sie dringend tagsüber ihren Schlaf brauchen, der absolut ungestört sein sollte. Bei permanentem "Gepiepse", Geschimpfe und lauten Tschilpen können sie aber keine absolute Ruhe bekommen! Das verkürzt die, ohnehin schon kurze, Lebenserwartung der Kleinnager sehr.

Meerschweinchen sind dem Vogel meistens gegenüber gleichgültig eingestellt und umgekehrt auch.

Kaninchen

Auch Kaninchen haben tagsüber zwischendurch immer wieder Schlaf- und Ruhephasen, die Vögel im selben Raum nur stören würden. Es geht allerdings, wenn der Raum sehr groß ist, dann wären 2 bis 4 Wellis wohl vertretbar. Bei Freiflug aufpassen, denn Kaninchen könnten die Wellensittiche erschrecken, wenn sie sich gestört fühlen.

Aquarium

Das funktioniert sehr gut. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass bei einem Freiflug der Auquariumdeckel immer zu ist  .

Merke: Wenn andere Tiere im selben Haushalt leben, die Vögel nie unbeaufsichtigt fliegen lassen und vor allen Dingen Katzen nie aus den Augen lassen, selbst wenn die Vögel im Käfig sind.

Bei anderen Tierarten gilt, dass diese sehr eifersüchtig werden können, z.B. Hunde. Auch hier sollte man, wenn schon Wellensittiche im Haushalt leben, sich junge Tiere anschaffen, damit diese sich an die Situation schneller gewöhnen. Umgekehrt kann es brenzlig werden, wenn ein Hund jahrelang im Haushalt lebt und plötzlich Wellensittiche hinzukommen.

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